Interview mit Stacy Crowne

Dustin, du bist der Frontmann bei Stacy Crowne, erzähl uns was über die Band.
Stacy Crowne gibt es nun offiziell seit 2011, allerdings haben Dominik (Gitarre, Gesang) und ich schon als Teenager Cover gespielt. Irgendwann kamen Peter (Drums)und Andi (Bass) dazu und wir dann eine Band gegründet, selber Songs geschrieben und sind  unter diversen Namen in Köln aufgetreten. 2014 kam dann unsere erste EP.

Ballroom Blitz Festival 2016

Unsere Einflüsse sind größtenteils Skandinavische Rockbands wie the Hellacopters (ohne die es uns nie gegeben hätte!), aber auch Gluecifer, Turbonegro, Sewergrooves sowie einige 90er Skatepunk Bands und nicht zuletzt die Größen des Classic Rock. Bei mir kommen noch Soulsänger wie Otis Redding, James Brown oder Stevie Wonder dazu. Das waren auch meine ersten bewusst gehörten Alben. Danach wollte ich Gitarre spielen. 2014 kam dann unsere erste EP, 2015 hatten wir unsere erste Tour mit der finnischen Band The Empire Strikes, wir waren in Deutschland unterwegs und im selben Jahr noch in Italien und der Schweiz. Alles war low budget und DIY, man muss viele Emails schreiben um an eine Handvoll Gigs zukommen. Mit der Band veröffentlichten wir 2016 eine Split beim kalifornischen Label Savage Magic Records, dort erscheint bald auch endlich unsere erste LP Sound Electric.

Wie ist das Musikerdasein und das Leben in Köln?

Das Besondere an Köln ist die Mentalität der Menschen, aus Scheisse Gold zu machen bzw. alle Probleme mit einem Lächeln zu nehmen. Das spiegelt sich auch sehr in Kölscher Lyrik wieder. Wir kommen fast alle aus der Vorstadt, sind zur gleichen Schule gegangen, wohnen aber jetzt (zum Teil) außerhalb der Stadt, in alten Arbeitervierteln die eine Mischung aus sozialem Brennpunkt und Gentrifizierung sind (Kalk, Mülheim). Das findet sich auch in unserer Musik bzw. den Texten wieder. Hier gibts jede Menge Besoffener, Junkies und Kriminelle aber auch ein paar kleine Oasen alternativer Musik. Bei mir um die Ecke z.B. ist das Limes, eine schöne Punkrockbar mit kleiner Bühne und guten Kickertischen. Sonst gibt es in K-Ehrenfeld den Sonic Ballroom, ein super Laden, wo ich schon unzählige richtig gute Bands für kleines Geld in intimer Atmosphäre erlebt habe.

Musik gibt es in Köln ja sowieso überall, von Strassenmusik und Stadtfesten, über Klubs bis hin zur Philharmonie und Kölnarena. Es ist halt immer was los. Köln hatte auch schon immer eine bunte Musikszene, allerdings dominiert heutzutage Pop und Karneval. Das ist zugleich gut und schlecht. Zum einen gibt es drum herum genug Platz für alle Szenen, andererseits sind diese auch sehr zerstreut. Das scheint mir z.B. im Ruhrpott anders zu sein. Die Punkrock /Alternative Szene wurde zuletzt auch mit dem Abriss des Undergrounds weiter dezimiert. Da gabs immer gute Konzerte und am Wochenende eine der wenigen Rock Diskos.
Für kleinere Bands wird es immer schwerer bzw. unattraktiver hierher zu kommen und zu spielen, weil es fast überall schlechte Pay-to-play Deals gibt, bei denen man einen Laden für viel Geld mieten muss. Wenn nicht genug Leute erscheinen, kann es schon mal sein, dass man am Ende des Abends draufzahlen muss anstatt für seinen Aufwand und den Auftritt bezahlt zu werden. Hoffentlich ändert sich das in Zukunft, sodass auch mehr jüngere und kleinere Bands die Möglichkeit bekommen, aufzutreten.

Lieblingsalben
Peter:
Statues von den Black Peaks
Evil Empire von Rage Against The Machine
Andi:
Definitely Maybe von Oasis
The Queen is Dead von The Smith
Dominik:
High Visibility von The Hellacopters
Automatic Thrill von Gluecifer
Dustin:
The Very Best of Otis Redding
Live Era Guns’n’Roses

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: